Ein Gigant unter den Gräsern, majestätisch, archaisch, fast schon überzeitlich. Das Pfahlrohr stammt ursprünglich aus Asien, wurde aber bereits in der Antike im Mittelmeerraum kultiviert, als Baumaterial, Klangkörper oder Schattenspender. Heute beeindruckt es vor allem durch seine wuchtige Erscheinung: Bis zu vier Meter hohe Halme mit langen, schilfartigen Blättern wachsen aus kräftigen Rhizomen, die sich mit der Zeit flächig ausbreiten.
Seine imposante Gestalt macht Arundo donax zur idealen Leitstruktur an sonnigen Teichrändern oder in großen Pflanzungen. Der Standort sollte nährstoffreich, frisch bis feucht und geschützt sein. In rauen Lagen empfiehlt sich ein Winterschutz, besonders für jüngere Exemplare. Die Blüte, eine große, fedrige Rispe, erscheint bei uns selten und spät, schmälert jedoch keineswegs die Wirkung der Pflanze.
Pfahlrohr bringt meditative Ruhe in großzügige Gartenräume, ist aber nicht zu unterschätzen: Wo es sich wohlfühlt, erobert es Fläche. Deshalb gehört es nur dorthin, wo seine Ausbreitung erwünscht oder kontrollierbar ist. Ein Stück lebendige Gartenarchitektur für mutige Konzepte.
