Ramonda nathaliae - Nathalia-Felsenteller

Ramonda nathaliae - Nathalia-Felsenteller

Der Nathalia-Felsenteller ist eine aussergewöhnliche Gebirgsstaude aus dem südlichen Balkan und zugleich ein echtes botanisches Relikt. Die Gattung Ramonda gehört zu den Gesneriengewächsen, einer Pflanzenfamilie, die überwiegend in tropischen Regionen verbreitet ist. Die drei europäischen Arten gelten als Überreste einer längst vergangenen, wärmeren Epoche und wirken mit ihren flachen, violetten Blüten beinahe wie kleine Usambaraveilchen für den Steingarten.

Die immergrüne Pflanze bildet niedrige Rosetten aus dicht behaarten Blättern. Im Mai erheben sich kurze Blütenstiele mit meist ein bis drei auffallenden Blüten über das Laub. Die vier, gelegentlich fünf Kronblätter sind lila bis violett und umgeben eine gelbliche Mitte. Mit einer Höhe von etwa 5 bis 15 cm bleibt die Pflanze ausgesprochen niedrig und eignet sich ausschliesslich für kleine, sorgfältig gestaltete Pflanzplätze.

In ihrer Heimat wächst Ramonda nathaliae in schattigen bis absonnigen Felsspalten auf kalkhaltigem Gestein, häufig in Höhenlagen zwischen 700 und 1800 Metern. Entsprechend benötigt sie auch im Garten einen geschützten Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit, gleichmässiger Bodenfeuchte und sehr guter Drainage. Ideal sind nord- oder ostseitig ausgerichtete Felsspalten, Tuffsteine, schattige Trockenmauern oder ein geschützter Platz im Alpinarium. Direkte Wintersonne, trockene Winde und starke Hitze sind ungünstig.

Eine besondere Fähigkeit der Felsenteller ist ihre sogenannte Poikilohydrie. Bei längerer Trockenheit können die Blätter vollständig eintrocknen und sich zusammenrollen, ohne dass die Pflanze abstirbt. Sobald wieder ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist, entfaltet sich das Laub erneut. Dieses Verhalten hat der Art den Ruf einer «Auferstehungspflanze» eingebracht. Trotzdem sollte man die Pflanze nicht absichtlich austrocknen lassen, da sie bei ausgeglichener Feuchtigkeit deutlich schöner und kräftiger wächst.

Der Nathalia-Felsenteller ist leider keine ganz unkomplizierte Staude, sondern eher eine Pflanze für Liebhaberinnen und Liebhaber alpiner Raritäten. Gut eingewachsene Exemplare können jedoch äusserst langlebig sein und über viele Jahre an ihrem Standort bleiben. Die Art wächst nur langsam und sollte weder von kräftigen Nachbarpflanzen bedrängt noch durch herabfallendes Laub zugedeckt werden.

Auch kulturell besitzt Ramonda nathaliae eine besondere Bedeutung. Die Art wurde nach der serbischen Königin Natalija benannt und gilt in Serbien als Symbol für Hoffnung, Erneuerung und das Wiederaufleben nach schweren Zeiten.

Eine botanisch wie geschichtlich bemerkenswerte Rarität für geschützte, absonnige Felsspalten und anspruchsvoll gestaltete Alpinanlagen.

Wir bieten kräftige Pflanzen im 1-Liter-Topf an.

Blütenfarbe: lila bis violett

Blütezeit: Mai

Höhe: 5-15cm

Lichtverhältnisse: absonnig-schattig

Bodenverhältnisse: frisch, durchlässig

Familie: Gesneriaceae

Sonstiges: -

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